Buch Beziehungs-Raum-Pflege

Einführung 

Es begann schon früh in meiner Kindheit… ich konnte nicht verstehen, warum es Konflikt gibt. „Das sind doch nur Missverständnisse.“ Und auch viele Jahre später hörte ich den Satz: „Würdest du die Geschichte dieser Person kennen, würde sich dein Verhalten zu ihr verändern können…“

Was ist der Motor unseres Tuns? Und warum kommen wir immer wieder auf einen Punkt, wo wir das Herz eng machen, statt weit? Was ist die Kombination dieser Reaktion auf einen Moment oder eine Situation? Sehr komplex und doch aus größerer Perspektive so einfach. Wir Menschen und unser Beziehen.

Und wie kann ich darüber schreiben, in der selben Intensität, wie bei meiner Arbeit in Gruppen oder in Einzelsessions? Wo ich eben vom Moment schöpfe. Von genau der Komposition, die eben jetzt im Raum ist. Bei dem Thema, das jetzt gerade sich zeigen möchte. Manchmal werden große Themen mental in den Raum gebracht, haben aber kaum Energie. Oder es ist nichts, das sich in diesem Raum nach Wunsch „erledigen“ lässt. Und oft ist es so dass dem Betroffenen noch vor der Sitzung gar nicht bewusst ist, was für ein Thema sich zeigen wird und wie es gesehen, also bezeugt wird, darf sich was transformieren und Entspannung darf Platz nehmen.

In diesem Buch möchte ich die Basis meiner Arbeit in Beziehungsraumpflege beschreiben. Das sind meine Erfahrungen in vielen Jahren Arbeit mit Menschen. Ich lade dich ein mit mir in Dialog zu sein während des Lesens so wie ich mit dir im Dialog bin während des Schreibens. Also schreiben wir sozusagen gemeinsam an den Buch. Im Sinne des einen Menschen, des einen großen Nervensystems dass wir gemeinsam sind. So ist auch der Inhalt des Buches sozusagen eine Momentaufnahme für die jetzige Zeit und das jetzige Verständnis und ist für ständiges Update offen. Und ich lade dich ein, ganz neu dich  einzulassen auf das Geschriebene. Mir hat das immer wieder tiefe Reichtümer eröffnet, wenn ich wieder was neu gelernt habe und die Bedingung von den Lehrern war, dass ich alles bisherige mir angesammelte Wissen mal loslassen soll um mich ganz auf das kommende einlassen zu können. So wie Kinder, sofern sie natürlich aufwachsen dürfen, noch ganz natürlich die Fähigkeit haben, sich in diesen Moment einzulassen, der gerade ist.